Beziehungen in Zeiten von Corona

Partnerschaften werden ganz wesentlich dadurch bestimmt, dass sie Nähe und Distanz sowie Neues und Vertrautes für sich in die richtige Balance bringen sollten, damit alle Beteiligten die Partnerschaft als erfüllend erleben.

In einer Beziehung ist es manchmal schwierig, den Partner zu verstehen. Leidet der anderen zusätzlich an Depressionen, wird es noch schwieriger. Womöglich haben Sie bei Gesprächen Sätze wie „Du verstehst das einfach nicht.“ gehört. Zum Teil stimmt dies leider – als Außenstehender kann man sich oft nur schwer in die Gefühlswelt einer depressiven Person hineinversetzen. Von außen betrachtet hätten die betroffenen Personen ja zumeist keinen Grund, das Leben nicht zu genießen.

Sorgen und Ängste aber auch gefühlte und reale Bedrohungen stellen in Corona-Zeiten sowohl für Menschen mit als auch ohne psychische Erkrankungen eine große Herausforderung dar.

Was ist eine Depression? Betroffene besser verstehen  Eine Depression ist eine ernst zunehmende Krankheit mit ge-fühlsmässigen, gedanklichen und körperlichen Symptomen. Sie zeigt sich in verschiedenen Beschwerdebildern und äussert sich u.a. durch Gefühle der Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Hilf- und Hoffnungslosigkeit sowie erhöhte Passivität und mangelnde Initiative.

Die depressive Verstimmung wird meist durch aktuelle Belastungen ausgelöst, beispielsweise durch Misserfolgserlebnisse, Stress, finanzielle Sorgen, einschränkende körperliche Beschwerden oder Konflikte mit anderen Menschen. Die Betroffenen fühlen sich erschöpfter, dünnhäutiger oder unruhiger als gewöhnlich.

Mein Partner ist depressiv

Das Leben mit einem depressiven Partner verläuft oft nach ähnlichen Mustern. Die Probleme sind bekannt und man wartet, dass es sich bessert. Doch meistens vergehen Wochen und Monate ohne spürbare Veränderungen. Mit der Zeit beginnt man langsam am Willen des anderen zu zweifeln. Selbst wenn sich die Lage für eine Weile gebessert hat, kommt es nach einigen Monaten doch wieder zu einem neuen Tief.

Langfristige Auswirkungen

Eine Depression beim Partner ist immer eine Herausforderung. Während es auch bei gesunden Menschen immer wieder zu kurzen Phasen emotionaler Kälte und Distanziertheit kommt, macht vielen Paaren die Dauer der Erkrankung zu schaffen. Wenn Liebe und Gefühle über einen längeren Zeitraum wie erloschen wirken, macht sich häufig auch zunehmend Hoffnungslosigkeit beim Partner breit.

Depression: Der Trennungsgrund, über den keiner redet

Die Menschen sagen, sie fühlen sich wie hinter einer Milchglasscheibe. Und besonders schmerzlich ist, wenn man plötzlich das Gefühl hat, gar keine Gefühle mehr gegenüber den eigenen Kindern, gegenüber dem Partner zu haben, sondern alles gleichgültig ist.

Wenn in einer Beziehung eine*r an einer Depression erkrankt, leidet der*die Partner*in mit: Co-Depression.

Auf der anderen Seite ergibt die Krise natürlich auch die Möglichkeit, den Partner bzw. die Partnerin anders und intensiver kennenzulernen. Es ist ein grundlegender psychologischer Effekt, dass Herausforderungen bzw. Gefahren von außen Paare zusammenschweißen.

Das heißt, die Paare, die jetzt gemeinsam Corona überstehen, werden auch künftig deutlich resilienter sein. Und dadurch, dass es mehr gemeinsame Zeit gibt, die Freizeitmöglichkeiten drastisch reduziert sind, wird natürlich auch die Sexualität wieder einen höheren Stellenwert bekommen, was unserer Gesellschaft rund um Weihnachten einen Babyboom bescheren wird. Zusammenfassend sorgt Corona dafür, dass jetzt alle Paare dieses „In guten wie in schlechten Zeiten“ mit Leben zu füllen haben werden. Viele werden daran wachsen, auch quantitativ, aber einige eben auch scheitern.
Nehmen Sie Kontakt auf. Die Praxis ist geöffnet – bietet Raum für Lösungen, neue Antworten, Zukunftsperspektive und neue Möglichkeiten des Zusammenseins: Termine nach Vereinbarung.

 

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