Was macht Beziehungsfähigkeit aus?
Wie erlebt ihr das, persönlich oder in eurem Umfeld und Bekanntenkreis?

Beziehungsfähigkeit bedeutet, in der Lage zu sein, eine Partnerschaft so erfolgreich zu führen, dass beide Partner glücklich und zufrieden sind, und für beide Partner die Beziehung eine positive Bilanz aufweist, also mehr Vorteile als Nachteile, mehr Angenehmes als Störendes, mehr Lösungen als Probleme.

Freundschaften und besonders Paarbeziehungen sind wie ein Garten: Sie brauchen Pflege, damit sie so richtig ins Blühen kommen!

Aber wie geht das konkret?
Die Erwartungen des Partners nach Nähe, Verbindlichkeit und einer gemeinsamen Zukunft werden als einengend erlebt. Das sexuelle Verlangen lässt stark nach, und es stellen sich immer mehr Zweifel ein, ob der Partner, der richtige ist. Ab welchem Zeitpunkt der Fluchtimpuls den Bindungsängstlichen ergreift, hängt von der Ausprägung der Bindungsangst ab. Manche brechen schon beim Flirten ab, andere nach dem Einzug in die gemeinsame Wohnung. Manchen Bindungsängstlichen wird auch erst nach der Hochzeit schlagartig bewusst: „Jetzt sitze ich fest!“ Die Bindungsangst bricht zumeist dann aus, wenn die Beziehung eine bestimmte Stufe der Verbindlichkeit erreicht hat, so dass die Betroffenen das Gefühl befällt, in der Falle zu sitzen.
Kriselt es in Partnerschaften, taucht schnell der Vorwurf „Du bist beziehungsunfähig!“ auf. Was ist dran an dieser Diagnose? Gibt es Menschen, die unfähig zu verbindlichen Beziehungen sind? Durchaus nicht. Schwierigkeiten in der Liebe haben ihre Wurzeln meist in Kindheitserlebnissen. Wenn Männer und Frauen die Auswirkungen dieser frühen Prägungen kennen, haben sie beste Voraussetzungen, beziehungsfähige Partner zu sein.

Auch wenn man sich Statistiken ansieht, findet man keine objektiven Belege für eine zunehmende Beziehungsunfähigkeit. Singles machen seit Jahren einen stabilen Prozentsatz von rund 20 bis 25 Prozent aus.

Oft stellen sich Menschen solche Fragen, die verunsichernde Erfahrungen gemacht haben: Etwa dass die Partnersuche erfolglos blieb oder sich eine Verbindung nicht entwickelte wie erhofft. Die negative, resignierte Wertung daraus ist: „Ich bin wohl nicht beziehungsfähig.“ Die meisten Menschen aber sind weder beziehungsunfähig noch vollständig beziehungsfähig. Doch je mehr Beziehungsfähigkeit man erwirbt, desto bessere Startchancen hat eine Beziehung. Beziehungsfähigkeit bedeutet, ein Gespür dafür zu entwickeln: „Wer tut mir gut? Was brauche ich in einer Beziehung?“ Es hilft, wachsam zu sein für Beziehungen, die sich von Anfang an nicht gut anfühlen und dann zu sagen: „Das passt nicht. Es lohnt sich nicht, Zeit und Energie hineinzuinvestieren. Ich suche lieber woanders weiter.“

Die gute Nachricht ist aber: Man kann lernen, gute Beziehungen zu führen. Und mit jeder guten Beziehung kommt man in seiner eigenen Beziehungsfähigkeit weiter. Das muss nicht zwangsläufig eine Partnerschaft sein. Auch in einer guten Freundschaft kann man sich im gegenseitigen Verstehen und im Kritisieren üben. Man lernt Kompromisse zu finden und aufeinander einzugehen. Sogar im Kollegenkreis lebt jede Zusammenarbeit davon, dass man sich aufeinander einstellt. Deswegen sind sowohl Freundschaften als auch der Kollegenkreis tolle Trainingsfelder für Beziehungsfähigkeit.

Beziehungsfähiger Denken  – Stärken und Schwächen meiner Einstellung zum Thema Beziehungfähigkeit
Welches Denken lässt mich attraktiver wirken?
Auf welche Fallen muss ich achten? Was ist typisch für jemanden der beziehungsunfähig ist?

Es geht nicht darum, sich nur noch mit sich selber zu beschäftigen. Es geht vielmehr darum, mit sich selbst und dem Leben versöhnt zu sein, um sich andern zuwenden zu können.

Es lohnt sich! Es ist ein Weg hin zu einer reifen authentischen Persönlichkeit.

Ich wünsche Ihnen Alles Gute !

Paare in der Beratung

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