„Heute weiß ich, mit ein paar guten Gesprächstechniken, mit der richtigen Fragestellung kann ich meinen Partner viel besser verstehen. Jetzt sprechen wir viel offener über uns. Vielen Dank für die große Unterstützung für uns als Paar. Wir sind wieder wirklich gerne zusammen und freuen uns, dass es uns jetzt gut geht!“ Anna und Peter M. , Feldkirch

Gesprächstechniken? Reden kann doch jeder, oder nicht? Sollte man annehmen. Aber warum kommt es dann so oft zu Komplikationen in Gesprächen?

Alltägliche Gespräche in Beziehungen lassen die Lebendigkeit in Paarbeziehungen einschlafen. Viele leben miteinander, doch wissen schon lange nicht mehr, was ihren Partner wirklich bewegt. So wünschen wir uns bewegende Beziehungen, doch wissen nicht, wie das mit dem eigenen Partner auf Dauer möglich ist.

Manche Gespräche sind so zielführend wie zwei Tage Kreisverkehr.

Bisherige Gesprächs- und Denkformen konzentrieren sich auf Argumente und Gegenargumente und den Kampf wer gewinnt und recht hat. Dadurch geraten Diskussionen schnell zu persönlichen Machtkämpfen, anstelle zum gemeinsamen Lernen und zu optimalen Lösungen. In Stellenanzeigen wird heutzutage leider immer noch einmütig Durchsetzungs- und Verhandlungsstärke gefordert, anstelle die Fähigkeit Gesprächsprozesse so gestalten zu können, dass die besten Lösungen dabei herauskommen und alle noch mit im Boot sind. Sprich mit mir – ist der Wunsch vieler Partner, doch meist endet dieses Wunsch in einer Anklage gegenüber dem Partner. ‚Er/Sie ändert sich einfach nicht’, ‚Wir reden nicht mehr viel’, ‚Ich weiß schon, was Du sagen willst’ – dies und viele ähnliche Aussagen tragen zu eingeschlafenen Beziehungen bei. Das muss nicht sein!

Wir alle möchten von dem Menschen, den wir lieben verstanden werden. Auch wenn wir manchmal miteinander streiten, wollen wir uns hinterher wieder aufeinander zu bewegen können. Was aber tun, wenn dies nicht gelingt? Wenn alle Versuche, Probleme mit dem Partner zu besprechen entweder eskalieren oder auf taube Ohren stoßen? Wenn mehr Reden nicht zu mehr Verständnis, sondern nur zu immer neuen Verletzungen führt? Und das Zuhören wird selbst ungeduldig und unkonzentriert.

Warum aber, ist Zuhören in Partnerschaften und Beziehungen holprig? Ja, in vielen Beziehungen ein Wunsch in Gottes Ohr?

Könnte es daran liegen, dass Zuhören…

  • bedeutet neue Informationen aufzunehmen, die den eigenen Standpunkt in Frage stellen könnten und somit Eigeninteressen gefährdet würden, die dann verlorengingen?
  • zu einer Änderung des eigenen Standpunktes führen könnte, was in unserer Kultur als Fehler oder Schwäche gewertet würde?

Aus meiner Erfahrung als Mediatorin und Paarberaterin ist der wichtigste Punkt in diesem Prozess der, an dem Sie sich die Frage beantworten: „Entspricht mein eigenes Verhalten und das Verhalten meiner Partnerin den Werten, die mir in meinem Leben wichtig sind?“

„Ich kann sagen: ‚Das war unmöglich von dir.‘ Ich kann den anderen aber auch einladen: ‚Das hat mich total beschäftigt. Es würde mich interessieren, was du darüber denkst.'“

Positionen

„Es macht einen riesigen Unterschied, mit welcher Haltung ich in ein Gespräch gehe“, sagt Angelika Braza. Betrachtet man den Partner als Gegner, gegen den man etwas durchsetzen möchte, oder als Verbündeten, mit dem man eine Lösung finden will?

Sich öffnen: Öffnen Sie sich selbst und beschreiben Sie was in Ihnen vorgeht. Wenn Sie Ihre Gefühle und Bedürfnisse direkt äußern, lassen sich Anklagen und Vorwürfe vermeiden und Sie können sich viel leichter verständlich machen. Auch kann dadurch „negatives Gedankenlesen“ vermieden werden. Hierunter versteht man Äußerungen, die die Reaktionen des Partners vorwegnehmen, z.B. „ Auf andere Art kann man ja nicht mit Dir reden.“ Oder „Ich würde etwas unternehmen, aber Du machst ja doch nicht mit.“ Der Sprecher sichert sich damit schon im Voraus gegen eine mögliche Reaktion ab und riskiert damit eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Die Kunst der Paarbeziehung ist es, unterschiedliche Bedürfnisse unbewertet gelten lassen zu können. Vielleicht kann man dabei auch entdecken, dass der Partner etwas vertritt, das einem selbst abhandengekommen ist.

  • Was bewegt dich bei dem Thema am meisten?
  • Was bedeutet ………… für dich?
  • Was ist das wichtigste daran für dich?
  • Wie wirkt sich deine Beobachtung auf …… aus?
  • Was kann ich für dich tun bezüglich ……..?

Aus Sicht der Paarforschung ist das konstruktive Paargespräch der wichtigste Garant für eine dauerhaft positiv erlebte Beziehung. Gesprächsverhalten hat eine große Vorhersagekraft für das Gelingen oder Scheitern von Paarbeziehungen. Als Grundregel empfiehlt Angelika Braza: „Überschütten Sie den Partner nicht damit, wie schlimm er ist.“ Statt sich beim Gespräch frontal am Tisch gegenüberzusitzen, sollte man lieber spazieren gehen und Händchen halten. „Dann hört man einander ganz anders zu“, sagt sie. „Schwierig finde ich das Vorwegnehmen des Satzes ‚Schatz, wir müssen mal reden’, was später in der Beziehung vorkommen kann. Das ist eine Ankündigung drohenden Unheils.

Wie können Sie auch über schwierige Themen zusammen sprechen, ohne anklagend oder verletzend zu sein? Ohne Vorwürfe zu machen? Wie könnten sich Ihre Paar-Gespräche, ihre Beziehungs-Kommunikation sonst noch verändern, damit Sie sich besser verstanden fühlen und im Austausch mit Ihrem Partner zufriedener sind?

Gut zu wissen: Richtiges, konstruktives Streiten und Reden in der Paarbeziehung kann gelernt werden.

 

Wenn wir beim Reden öfter in die Tiefe gehen, uns auch mal schutzlos und verletzlich zeigen, werden wir feststellen: Wir fühlen uns nicht nur generell wohler, sondern zugleich mehr mit unserem Partner verbunden. Nach meiner Erfahrung gelingt dies vor allem dann, wenn die Partner angstfrei über ihre Wünsche, ihre Hoffnungen, aber auch ihre Sorgen und Ängste sprechen können. Furcht vor Auseinandersetzungen haben Paare dann nicht, wenn sie nicht warten, bis ein Konflikt auftritt, sondern vorab eine grundsätzlich positive Kommunikationskultur entwickelt haben. Ich wünsche Ihnen Alles Gute

Angelika Braza Buisness

Ich möchte einen Termin für eine Paar – Erziehungs – Familienberatung:

%d Bloggern gefällt das: